Dienstag, 11. August 2015

Tag 7: Neapel/Italien

Einen letzten Reisetag bin ich noch schuldig! Nun ist es schon etwas her, aber auf geht es nach Neapel:

Dieser Tag war nicht mein Tag. Nicht, dass er nicht toll war, es war nur einfach nicht mein Tag.

Neapel, bekannt durch Pizza, Vesuv und Pompeji. Ich allerdings habe den Ausflug zum weniger bekannten Herculaneum unternommen. Wie Pompeji durch den Ausbuch des Vesuvs 79 n.C. verschüttet, allerdings deutlich weniger besucht und damit nicht so überfüllt bzw. auf Touristen ausgerichtet.

Mein Tag begann allerdings um kurz vor 7, als ich feststellte, dass mein Kabinensafe nicht mehr zu öffnen war. Dort war natürlich mein Geld, Ausweis, etc. drin. Eben alles was ich für den Ausflug brauchte.
Also die Rezeption anrufen um der momentanen intalienischen Besetzung auf englisch klar zu machen, dass ich um 8 einen Ausflug habe, noch frühstücken will UND MEIN SAFE NICHT GEHT!!
Italiener sind ja nicht gerade für schnelle Organisation bekannt und nach einem zweiten Anruf kam um halb 8 auch "schon" die Zuständige mit einer "Mastercard"... die den Safe allerdings auch nicht öffnete worauf hin diese mir mitteilte, dass der Safe nicht geht.
Ach.

Sie kündigte also einen Herren von der Schiffstechnik an.
Der auch nach wenigen Minuten tatsächlich recht schnell kam... und mit seiner "Mastercard" versuchte den Safe zu öffnen. Überraschenderweise ging der Safe nicht auf und er teilte mir, diesmals auf englisch, mit, dass der Safe nicht geht.
Wirklich??

Praktischerweise habe er aber die Bohrmaschine schon dabei, so konnte er direkt den Safe unter Anwendung einer Schablone aufbohren - und schon hatte ich meine Sachen!

Nur so einfach wollte er mich nicht zu meinem wohverdienten Frühstück lassen. Es muss natürlich ein neuer Safe eingebaut werden - den hatte er nicht dabei, natürlich musste ich dabei bleiben.
Wieder warten, zwischenzeitlich war es 7:40 Uhr. Treffen zum Ausflug weiterhin 8:00 Uhr UND ICH HATTE MITTLERWEILE HUNGER!!!
7:50 Uhr war dann auch der neue Safe eingebaut und ich konnte endlich FRÜHSTÜCKEN gehen.
Zum Glück kann ich schnell essen und stand um 8:00 Uhr abholbereit vor den roten Bussen.

Natürlich gab es wieder die obligatorische kurze Panoramatour durch Neapel mit diversen Herzinfarkten, weil die italienische Fahrweise sehr kontaktfreudig ist. Aber man gewöhnt sich an alles.

Schließlich kamen wir in Herculaneum an und haben uns die Ausgrabungen ersmal von oben angesehen.


Der Rand der Stadt war früher der Strand, mittlerweile liegt der Strand 500 m weiter vorne. An der Stelle, von der aus wir die Stadt von oben ansehen konnten hätten wir also zum Zeitpunkt des Vesuv-Ausbruchs im Meer unter der Stadt gestanden, statt einige Meter über den Dächern.

Der Vesuv lag allerdings den ganzen Tag hinter den Wolken, bis auf einen kurzen Moment, den ich schnell für ein Foto ausgenutzt habe.

Mein Tischnachbar hat einen Ausfug auf den Vesuv unternommen, er sagte, er hätte super Sicht gehabt und keine Wolken - sogar durch Fotos bewiesen. Das war merkwürdig.

Von unserem Aussichtspunkt über der Stadt haben wir auch die alten Hafenhäuser gesehen, dort haben die Menschen zusammen auf Hilfe/Schiffe gewartet, die teilweise auch kamen und viele Menschen gerettet haben.


Zu der Zeit war Pompeji schon verschüttet, weshalb Herculaneum gewarnt war. Einige haben es jedoch nicht mehr zu den Schiffen geschafft und wurden in den Hafengebäuden verschüttet. Dort liegen sie immer noch.

Herculaneum an sich war wirklich modern. Es gab ein funktionierendes Abwassersystem, fließend Wasser in den Häusern und viele McFastfoods in denen die Einwohner in der Mittagspause essen gingen - und das vor fast 2000 Jahren!!


Allerdings sahen die McFastfoods etwas anders aus als heute, vermutlich war das Essen auch etwas gesünder in diesen Krügen.

Das Frischwassersystem bestand zum Teil aus Bleirohren, was wohl auch nicht unbedingt gesund war.

Es gab Läden,

Behörden,

Wohnhäuser - auch mehrstöckig,


ein öffentliches Bad mit Sauna und Sportplatz,



einen Tempel...


und natürlich Schilder, wie z.B. dieses. Auf dem sind die "aktuellen" Weinpreise zu sehen

1/2 Liter Wein für eine Münze, 1 Liter für 2 Münzen, 1/2 guter Wein für 3 Münzen und 1 Liter guter Wein für 4 Münzen.

Mein Lieblingsschild aber ist dieses:

Zusammengefasst steht da so viel wie wen freie Bürger auf die Straßen pinkeln kostet das eine hohe Geldbuße, wenn Sklaven das tun werden sie umgebracht.

Und das war nur der kleine Teil (weniger als 1/4), der bisher ausgeraben und für alle zugänglich ist.

Weil die Führerin wiederum wirklich toll war und alles ausführlich erklärte, alle Fragen beantworten konnte und sich richtig Zeit genommen hat, war es ein super toller und interessander Ausflug. Selbst das Wetter hat uns für die Zeit verschont. Der Regen hat erst angefangen, als wir schon längst wieder auf dem Schiff waren.




An diesem Abend wollte auch auch mal wieder ins Theater, es sollte eine Zaubershow geben. Zauberer finde ich toll - schon immer! Die Abende davor waren eher von Musik für etwas ältere Mitreisende geprägt, daher habe ich die Abende anders verbracht, aber Zauberer ist toll.... dachte ich. Der Zauberer hatte leider nur zwei Tricks gelernt.
Nr. 1: Seine Assistentin verschwinden lassen
Nr. 2: Sich selbst verschwinden lassen (leider nicht für lange)


Nach dem 3. sich selbst verschwinden lassen habe ich das Theater etwas frühzeitiger als geplant verlassen und den Abend mit meinen Tischnachbarn an der Bar verbracht. Da habe ich auch was verschwinden lassen, meistens in flüssiger Form aber immer ohne Alkohol!

In der Nacht hieß es dann schon Sachen packen und Koffer zur Abholung bis 2 Uhr in der Nacht vor der Kabine bereit stellen.
Und weil es eben nicht mein Tag war, habe ich mir beim Koffer vor die Kabinentür stellen den gesamten Nagel von meinem großen Zeh abgerissen. Die Kabinentür war stärker als mein Zehnagel. Die Stunde danach habe ich damit verbracht, mich zu bemühen, keine Blutflecken zu hinterlassen.
Heute, gut 9 Monate später, ist er schon wieder fast nachgewachsen, erinnert mich aber immer an den Urlaub...

Weiter geht es noch mit Tag 8: Savona/Italien bis Zuhause




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